Odoo für Handel, Großhandel und E-Commerce

Im Handel entscheidet der Bestand: Ist er falsch, verkauft der Vertrieb Ware, die nicht da ist, oder das Lager bindet Geld in Artikeln, die niemand braucht. Odoo verbindet Einkauf, Lager, Verkauf, Versand, Onlineshop und Buchhaltung zu einer Warenwirtschaft mit einem gemeinsamen Datenstand.

Diese Seite richtet sich an Groß- und Fachhändler, die an Handwerk, Industrie oder Endkunden verkaufen, und an Händler mit Onlineshop oder Ladengeschäft neben dem klassischen Vertrieb.

Typische Probleme im Handel

Meist sind es nicht die großen Fehler, sondern viele kleine Medienbrüche zwischen Vertrieb, Lager und Buchhaltung:

Bestand nur auf Nachfrage

Der Vertrieb ruft im Lager an, um zu erfahren, ob ein Artikel da ist. Shop und Lager zeigen unterschiedliche Zahlen.

Nachbestellung vergessen

Dass ein Artikel knapp wird, fällt erst auf, wenn der Kunde bestellt. Nachbestellungen gehen per E-Mail an den Lieferanten.

Preislisten in Excel

Kundengruppen, Staffelpreise und Sonderkonditionen liegen in Tabellen. Im Angebot landet nicht immer der richtige Preis.

Kommissionierung auf Papier

Picklisten werden ausgedruckt, Fehlmengen per Hand notiert. Falsche Lieferungen fallen erst beim Kunden auf.

Versand in einem zweiten Portal

Versandetiketten werden beim Paketdienst separat erstellt, Sendungsnummern per Hand übertragen.

Drei Systeme, dreimal Stammdaten

CRM, Warenwirtschaft und Buchhaltung haben jeweils eigene Kundendaten. Adressänderungen kommen nicht überall an.

Welche Odoo-App macht was im Handel

Alle Apps arbeiten auf demselben Artikelstamm und denselben Beständen. Was der Vertrieb verkauft, sieht das Lager sofort, und was das Lager bucht, sieht der Shop.

CRM

Kontakthistorie, Vertriebspipeline und Wiedervorlagen für Innen- und Außendienst. Angebote entstehen direkt aus der Verkaufschance.

Verkauf

Preislisten nach Kundengruppe, Menge oder Zeitraum, Rabatte, Auftragsbestätigungen. Der Vertrieb sieht im Angebot den verfügbaren Bestand.

Einkauf

Lieferantenpreise und Lieferzeiten je Artikel, Bestellvorschläge aus Nachbestellregeln, Ausschreibungen und Rahmenverträge.

Lager

Mehrere Lager und Lagerorte, ein- bis dreistufige Wareneingänge und Auslieferungen, Chargen und Seriennummern, Nachbestellregeln mit Mindest- und Höchstbestand, Inventur, Streckengeschäft.

Barcode

Wareneingang, Kommissionierung, Umlagerung und Inventur per Scanner oder Smartphone. Jede Buchung landet sofort im Bestand.

Versand

Versandetiketten und Sendungsverfolgung direkt aus dem Lieferschein. Odoo hat Konnektoren unter anderem für DHL Express, UPS, FedEx und Sendcloud.

Website und E-Commerce

Onlineshop auf Basis derselben Artikel, Preise und Bestände. Für B2B-Kunden mit Login und kundenindividuellen Preislisten.

Kasse und Marktplätze

Kassensystem (Point of Sale) für Ladengeschäft oder Abholtheke, Amazon-Konnektor für den Marktplatzverkauf. Andere Shopsysteme binden wir über Schnittstellen an.

Relevante Odoo-Module für den Handel

CRMVerkaufEinkaufLagerBarcodeVersandE-CommerceKasseBuchhaltung

Beispiel: eine Großhandelsbestellung von der Anfrage bis DATEV

So läuft ein Auftrag in einem typisch eingerichteten Odoo, wenn ein Teil der Ware erst nachgeliefert wird.

  1. Schritt 01

    Anfrage

    Ein Installateur fragt per E-Mail 20 Heizkörper an. Die Anfrage wird im CRM als Verkaufschance angelegt.

  2. Schritt 02

    Angebot

    Der Innendienst erstellt das Angebot mit der Preisliste des Kunden. Verfügbarer Bestand und Lieferzeit sind direkt sichtbar.

  3. Schritt 03

    Auftrag

    Der Kunde bestätigt. Die Ware wird für den Auftrag reserviert, fehlende Mengen erzeugen einen Bestellvorschlag beim Lieferanten.

  4. Schritt 04

    Wareneingang

    Die Nachlieferung wird per Barcode vereinnahmt und direkt dem offenen Auftrag zugeordnet.

  5. Schritt 05

    Kommissionierung

    Das Lager scannt die Artikel vom Lagerplatz. Fehlmengen werden sofort sichtbar, nicht erst beim Kunden.

  6. Schritt 06

    Versand

    Das Versandetikett wird aus dem Lieferschein erzeugt, die Sendungsnummer geht automatisch an den Kunden.

  7. Schritt 07

    Rechnung

    Die Rechnung entsteht aus der Lieferung und geht als E-Rechnung an den Geschäftskunden.

  8. Schritt 08

    Zahlung und DATEV

    Der Zahlungseingang wird über den Bankabgleich zugeordnet, die Buchungen gehen per DATEV-Export an die Kanzlei.

Integrationen: DATEV, E-Rechnung, Shop und EDI

DATEV: Buchungen und Belege gehen per DATEV-Export an Ihre Kanzlei, der Bankabgleich läuft in Odoo. Mehr im Ratgeber Odoo und DATEV.

E-Rechnung: Im B2B-Handel betrifft die E-Rechnungspflicht praktisch jede Rechnung. Odoo erzeugt strukturierte E-Rechnungen, unter anderem im Format XRechnung, und versendet sie auf Wunsch über Peppol. Details im Ratgeber E-Rechnung mit Odoo.

Shopsysteme und EDI: Externe Shops, Marktplätze außer Amazon und EDI-Bestellungen großer Abnehmer sind keine Odoo-Standardfunktion. Wir binden sie über Schnittstellen oder einen EDI-Dienstleister an.

Welches Paket passt?

Typisch: Business-Paket. Für Händler mit 10 bis 50 Mitarbeitern und mehreren Abteilungen ist das Business-Paket (19.750 € einmalig plus Growth-Retainer für 2.390 € im Monat) die übliche Wahl. Es verbindet Vertrieb, Einkauf, Lager und Buchhaltung und enthält einen Prozessanalyse-Workshop.

Kleiner Händler bis 10 Mitarbeiter: Das Starter-Paket (7.500 € einmalig) deckt Angebote, Aufträge, Rechnungen und Kontakte ab. Viele Lagerorte, Shop-Anbindung oder EDI sprengen den Rahmen meist.

Jedes Paket beginnt mit der Prozessanalyse. Für die Zeit nach dem Go-Live gibt es die Retainer.

Aus der Praxis

Warmano, ein Handelsunternehmen im Bereich Heizung und Sanitär mit 28 Mitarbeitern, hat mit Odoo den Bestellprozess um 70% beschleunigt. Eingeführt wurde in 2 Phasen über 14 Wochen, erst CRM und Vertrieb, dann Lager und Einkauf.

  • Bestellprozess (Anfrage bis Lieferung): ~5 Tage vorher, ~1,5 Tage nachher
  • Lagergenauigkeit: ~85% vorher, 99% nachher
  • Doppeleingaben pro Woche: ~30 Vorgänge vorher, 0 nachher
  • Vergessene Nachbestellungen/Monat: 5–8 vorher, 0 nachher
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Häufige Fragen

Eignet sich Odoo als Warenwirtschaft für den Großhandel?

Ja. Einkauf, Lager, Verkauf und Buchhaltung arbeiten auf denselben Artikeln und Beständen. Kundenspezifische Preislisten, Staffelpreise, Mehrlager, Chargen und Streckengeschäft sind im Standard enthalten.

Kann Odoo meinen bestehenden Onlineshop ersetzen oder anbinden?

Beides ist möglich. Odoo bringt einen eigenen Onlineshop mit, der direkt auf Bestände und Preise zugreift. Wenn Sie Ihr Shopsystem behalten wollen, synchronisieren wir Artikel, Bestände und Aufträge über eine Schnittstelle. Für Amazon gibt es einen Odoo-Konnektor.

Wie verhindert Odoo vergessene Nachbestellungen?

Über Nachbestellregeln mit Mindest- und Höchstbestand pro Artikel und Lager. Fällt der Bestand unter den Mindestwert, erzeugt Odoo einen Bestellvorschlag beim hinterlegten Lieferanten. Bei Warmano sank die Zahl vergessener Nachbestellungen von 5–8 pro Monat auf 0.

Funktioniert Odoo mit DATEV und der E-Rechnungspflicht?

Ja. Die deutsche Lokalisierung enthält einen DATEV-Export für Buchungen und Belege. Ausgangsrechnungen erzeugt Odoo als strukturierte E-Rechnung, unter anderem im Format XRechnung. Beides beschreiben wir in eigenen Ratgebern.

In welcher Reihenfolge führt man Odoo im Handel ein?

Bewährt hat sich ein Vorgehen in Phasen. Bei Warmano kamen zuerst CRM und Vertrieb, danach Lager und Einkauf, insgesamt über 14 Wochen. So gewinnt das Team Vertrauen in das System, bevor der Lagerbetrieb umgestellt wird.

Angaben zu Odoo-Funktionen laut offizieller Odoo-Dokumentation, Stand: Oktober 2026: Versanddienstleister, Amazon-Konnektor, Lokalisierung Deutschland (DATEV), Elektronische Rechnungen.

Bestände, Aufträge und Versand in einem System

Lassen Sie uns herausfinden, ob Odoo zu Ihrem Handelsunternehmen passt.

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